Begriffe

Als japanische Kampfsportart greift Kendô natürlich auf einige japanische Fachbegriffe zurück. Hier könnt ihr einige der wichtigsten Begriffe nachschlagen.

1×1 der japanischen Aussprache

Lang und kurz

Da es in der japanischen Sprache einen bedeutenden Unterschied macht, ob ein Vokal (a, i, u, e, o) lang oder kurz ist – es ergibt sich dann ein völlig anderer Wortsinn! – sind lange Vokale durch ein Zirkumflex gekennzeichnet (also â, î, û, ê, ô). Logischerweise sollten also alle Silben kurz ausgesprochen werden, die keine Längung haben. Beispiel 1: das neudeutsche „Sumo“ = sumô. „Smoh“ käme der tatsächlichen japanischen Aussprache deutlich näher, zumal das „u“ im Japanischen meist verschluckt wird. Phonetisch liegt es außerdem zwischen „u“ und „ü“. Beispiel 2: bokutô: sprich „Bocktoh“.

Konsonanten

Das „j“ wird wie „dsch“ in Dschungel ausgesprochen, das „ch“ wie tsch in Tschüss, „ei“ wird nicht „ai“ ausgesprochen, sondern „eh“ bzw. „e-i“, nicht „Sensai“, sondern „Senseh“. Natürlich stellt die Transkription der japanischen Laute mit unserem Alphabet nur einen Versuch dar, der der Realität des Japanischen nur begrenzt gerecht wird. Oft wird behauptet, die Japaner könnten kein „r“ aussprechen. Dies ist nicht völlig falsch, jedoch etwas selbstgefällig. Denn es gibt weder unser „r“ noch „l“ noch „u“ noch „f“ noch irgendeinen anderen Ton wirklich in der japanischen Sprache. Und die meisten von uns können schließlich kein 不動心 korrekt aussprechen, oder viele andere „japanische“ Laute. Das japanische „r“ liegt zwischen r, l und d und wird gerollt ausgesprochen.

Begriffe zur Ausrüstung

Trainingswaffen

bokutô Holzschwert
shinai Bambusschwert
kensen Schwertspitze, Spitze des shinai
sakigawa Leder an der Shinaispitze
tsuru Spannschnur des shinai, symbolisiert den Schwertrücken
nakayui „Mittelknoten“, Lederband zur Abgrenzung des oberen Drittels des shinai
tsuba Stichblatt, Handschutz des shinai
tsubadome „Tsuba-Stopper“, aus Gummi oder Leder zur Fixierung
tsuka Schwertgriff, Griff des shinai
tsukagawa Griffleder, Leder des Shinaigriffs

Trainingskleidung

keiko-gi „Trainingsjacke“
hakama traditioneller japanischer Hosenrock
bôgu Rüstung, bestehend aus men, dô, tare und kote
men „Maske“, Kopfschutz
tsuki-dare Kehlkopfschutz am men
Brustpanzer
kote Handschutz
tare Hüftschutz
te-nugui Kopftuch das unter dem men getragen wird, wörtlich eigentlich „Handwischtuch“
himo Bänder mit denen die Rüstung befestigt wird

Begriffe rund um das Training

keiko Training, wörtlich „über das Vergangene nachsinnen“
dôjô Übungshalle, „Ort des Weges“
shômen Stirnseite des Raums. Die senseis sitzen entweder hier oder vor dem shinzen
shinzen, bozen Schrein der sich vorzugsweise gegenüber dem Eingan des dôjô im Osten befindet
jôseki Seite des Raums, auf der sich der shinzen befindet, „oben“
ge Seite gegenüber dem shinzen, „unten“
kamiza Ehrenseite, Ehrensitz, siehe shinzen
shimoza Seite gegenüber dem shômen. Hier sitzen die Schüler.

Allgemeine Begriffe zur Etikette und Kommandos

reihô Etikette / Höflichkeit
rei Verbeugung, Dank
Seiza! Begeben in die höfliche Sitzhaltung auf den eigenen Fersen
Sensei ni rei! Verbeugung zum Lehrer
Shômen ni rei! Verbeugung zur Ehrenseite
O-tagai ni rei! Gegenseitige Verbeugung
Mokusô! Meditation
O-negai shimasu! „Ich bitte (um Unterweisung)!“: Bitte an den Gegenüber vor einer Übung.
(Dômo) arigatô gozaimashita! (Höflicher) Dank.
Sonkyo! „Hock“stellung zur Begrüßung/zum Abgrüßen
Osame tô! Schwerter einstecken
Taitô! Schwert zur Begrüßung an die Seite nehmen.
Hajime! Anfangen!
Yame! Aufhören!
Mukaimasu! Mit der gleichen Übung fortfahren.

Bestandteile des Trainings

jôge-buri Auf- und Abbewegungen mit dem shinai zum Aufwärmen
suburi Übungsschläge mit dem shinai/bokutô in die Luft
kiri-kaeshi Wiederholte seitliche men Schläge im Vorwärts- und Rückwärtsgehen
kihon-geiko Üben der Grundtechniken
uchikomi-geiko Kontinuierliche abgesprochene Angriffsübungen
kakari-geiko Freies schnelles Angriffstraining
ji-geiko Freies Kampftraining
Nihon kendô kata 10 Stilisierte Schwertkampfformen mit dem bokutô
bokutô ni yoru kendô kihon waza keiko hô Grundschlag- und Technik-Formen mit dem bokutô

Begriffe zu Rängen und Graduierungen

sensei Lehrer
senpai Älterer Schüler (wörtlich derjenige, der vor einem kam, Person die aufgrund ihres Alters oder ihrer Kendo-Erfahrung „über“ einer anderen steht)
kôhai Jüngerer Schüler (wörtlich derjenige, der nach einem kam, Person die aufgrund ihres Alters oder ihrer Kendo-Erfahrung „unter“ einer anderen steht)
kyû Schülergrade: 6. – 1. Kyu
dan Fortgeschrittenengrade: 1. – 8. Dan
renshi Unterer Lehrertitel: Ab 6. Dan
kyôshi Mittlerer Lehrertitel: Ab 7. Dan, Alter mindestens 31 Jahre, renshi muss mindestens 7 Jahre geführt worden sein
hanshi Höchster Lehrertitel: Ab 8. Dan, Alter mindestens 55 Jahre, kyôshi muss mindestens 22 Jahre geführt worden sein

Techniken

kihon waza Grundtechniken
shikake waza Offensivtechnik
katsugi waza Techniken, die mit geschultertem shinai ausgeführt werden
harai waza Angriffstechnik, die das gegnerische shinai wegschlägt
maki waza Drehbewegung, die das gegnerische shinai wegschlägt
hiki waza Angriffstechnik beim eigenen Zurückweichen
debana waza Angriffstechnik wenn der Gegner im Begriff ist zu schlagen
hikibana waza Angriffstechnik wenn der Gegner im Begriff ist zurückzuweichen
renzoku waza Schlagfolge Techniken
ôji waza Kontertechniken
kaeshi waza Verteidigungstechnik nach Abwehr des gegnerischen Schlags
nuki waza Ausweichtechniken
suriage waza Technik, die das eigene shinai entlang des gegnerischen hochzieht
kamae Bereitschaftsstellung (psychisch und physisch)
jôdan no kamae Angriffshaltung mit dem Schwert über dem Kopf (selten angewandt)
chûdan no kamae Angriffshaltung mit dem Schwert vor dem Körper (verbreitetste Grundhaltung im kendô)
gedan no kamae Angriffshaltung mit gesenktem Schwert (sehr selten angewandt)
hassô no kamae Angriffshaltung mit dem Schwert neben dem Kopf gehalten (im shinai kendô quasi nie angewandt)
waki no kamae Angriffshaltung mit hinter dem Körper verstecktem Schwert (im shinai kendô nie angewandt)